Es sind vor allem Männer im höheren Alter, die im Laufe einer Rosazea-Erkrankung ein unschönes „Rhinophym“ entwickeln. Geschätzt leiden in der Schweiz zwischen 35 000 bis 40 000 Menschen unter stark vergrösserten Talgdrüsen und verstärktem Gewebewachstum der Nasenhaut, selten auch auf den Wangen, an der Stirn, am Kinn oder an den Ohren. Das stellt für viele ein grosses Stigma dar – denn zum einen wirkt die Knollennase, oft begleitet von roten Äderchen, sehr entstellend, zum anderen wird sie fälschlicherweise mit starkem Alkoholkonsum in Verbindung gebracht. „Doch Alkohol ist nachweislich nicht der Auslöser und auch fettige Ernährung bzw. eine ungesunde Lebensweise sind definitiv nicht ursächlich verantwortlich für diese Hautkrankheit“, betont Dr. Läuchli.

Ist das Rhinophym noch im Anfangsstadium, kann mit, einem Vitamin A Säure Präparat, therapiert werden. Dieser Wirkstoff wirkt entzündungshemmend, verhornungsregulierend und kann die Talgdrüsen verkleinern. Die medikamentöse Therapie muss allerdings über mehrere Monate erfolgen, um eine Wirkung zu erzielen.

Immer wieder kommt es jedoch vor, dass die gerötete, knollenförmige Nase über lange Zeit unbehandelt bleibt und so schliesslich eine beträchtliche Grösse angenommen hat und eventuell sogar die Atmung behindert oder auch Schmerzen bereitet. In diesem Fall muss das Skalpell, die chirurgische Elektrode oder der CO² Laser zum Einsatz kommen.

Die Chirurgische Therapie

Es erfordert einen versierten Chirurgen, um mit einem Skalpell die Knollennase Schicht um Schicht abzuschälen und wieder eine schöne Nase zu modellieren. Je grösser das Rhinophym gewachsen ist, umso länger dauert die Operation. Der Eingriff erfolgt in der Regel in Lokalanästhesie, nur selten unter Vollnarkose und ist im Prinzip harmlos. Es bedarf jedoch einer konsequenten Nachsorge, damit keine Infektionen, Wundheilungsstörungen oder Narbenbildungen auftreten. Antibiotische Salben müssen mindestens drei Wochen lang angewendet werden und während mindestens drei Monaten darf die frische, junge Haut keinen Sonnenstrahlen ausgesetzt werden bzw. muss vor UV-Licht mit maximalem Lichtschutzfaktor geschützt werden. Eine sorgsame Wundpflege ist die beste Voraussetzung für ein gutes Endresultat.

Alternativ zum Skalpell kann das Rhinophym auch elektrochirurgisch operiert werden. Bei dieser Methode werden die Hautschichten mit Elektroden abgeschält.

„Die unblutigste und daher mittlerweile sehr verbreitete Methode ist die Verwendung eines CO² Lasers“, so Dr. Läuchli. Der stark gebündelte Lichtstrahl des CO² Lasers verdampft Wasser und zerstört so das sehr wasserhaltige Gewebe. Es blutet dabei nur wenig. Mit diesem speziellen Laser lässt sich das überschüssige Gewebe sehr präzise und effizient abtragen. Da das Lasern aber durchaus sehr schmerzhaft sein kann, muss auch diese Operation immer von einer Lokalanästhesie oder Narkose begleitet werden.

Die Behandlungskosten der Operation eines Rhinophyms werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen.

Lichttherapie

Mit dem IPL Laser (Intense Pulsed Light) können die störenden Rötungen (Teleangiektasien) im Gesicht, die im Prinzip bei allen Subtypen vorkommen, entfernt werden. Das hochenergetische, gepulste Licht zerstört die roten Äderchen und lässt sie verschwinden. Auch diese Behandlung verursacht Schmerzen und wird durch eine parallele Kühlung begleitet, die zudem die Epidermis schont. Die Kosten der IPL Laser-Therapie werden in der Regel nicht von den Kassen getragen.

Karin Storz
Freie Journalistin