Wenn die Regenrationsfunktionen unserer Haut überstrapaziert wird, funktioniert irgendwann die Barrierefunktion der Haut nicht mehr ausreichend. Hautreizende oder allergieauslösende Stoffe können tiefer in die Haut eindringen.

Entzündungsreaktionen

Dauert die Irritation durch beispielsweise Feuchtarbeit, Reinigungsmittel oder raue Materialien länger an, kann eine Entzündungsreaktion ausgelöst werden und deutlich sichtbare Hautsymptome können auftreten. „Selbst Schwitzen kann schon ein Reiz sein“, sagt Professor Dr. med. Ballmer-Weber.

Sehr schnell kann es zu so einer Reaktion kommen, wenn die Barrierefunktion der Haut erblich bedingt beeinträchtigt ist – dies kann z.B. bei Neurodermitis der Fall sein. Man nennt diese Menschen Atopiker. Ihr Risiko an einem Handekzem zu erkranken ist deutlich höher als das erblich unbelasteter Menschen.

Tausende allergieauslösende Stoffe

Hinter auffälligen Symptomen an den Händen können auch Kontaktallergien stecken. Hunderte von allergieauslösenden Stoffen oder Stoffgemischen können Ursache eines sogenannten kontaktallergischen Handekzems sein: Duftstoffe wie Kosmetika und Waschmittel, Kunststoffe, Klebstoffe, Farbstoffe, Gummi, und vieles dem Laien Unverdächtiges mehr.

Feuchtarbeit: Hausarbeit, Friseure, Pfleger und Co.

Manchmal kommt es schon zu trockener Haut, Rissen und anderen Symptomen, wenn man seine Hände sehr häufig wäscht. „Wasser beziehungsweise Feuchtigkeit ist eigentlich einer der häufigsten Reize. Man denke nur an Hausfrauen, deren Hände sehr oft mit Wasser in Berührung kommen“, erklärt Professor Dr. med. Ballmer-Weber. Friseure leiden im Vergleich zu anderen Berufsgruppen oft schon nach kurzer Ausübung des Berufs an Ekzemen. Weitere Ursachen sind langes Tragen von feuchtigkeitsdichten Handschuhen und Gartenarbeit mit feuchter Erde.Berufe mit Feuchtarbeit sind: Friseure, Krankenhaus- und Pflegepersonal, Reinigungsberufe, Haushalt, Maurer, Floristen etc.

Chemikalien: Metallarbeiter, Maler und Co.Zu chemischen Reizstoffen für die Hände gehören Reinigungsmittel, und entfettende Stoffe wie Alkohol, Seifen, Reinigungs- und Desinfektionsmittel. Zum Beispiel in der Metallverarbeitung kommt es zu Irritationen an den Händen aufgrund von Chemikalien „Im industriellen Bereich kann es beispielsweise auch durch Kontakt mit Irritanzien, also hautreizenden Stoffen, aber auch aufgrund von Kontaktallergien auf Kühlschmiermittel, Klebestoffe oder Lacke zu Problemen kommen“, sagt Professor Dr. med. Ballmer-Weber. Typische Berufsgruppen: Metallverarbeitung, Automechaniker, Installateure, Gesundheitsberufe, Maler, Lackierer u.v.a.

Mechanische Belastungen: Schreiner, Landwirte und Co.

„Eine weitere Gruppen von Belastungen für die Haut der Hände sind mechanische Arbeiten“, erklärt Professor Ballmer-Weber. Auch raue Materialien können zu Irritationen und Ekzemen führen. Beispiele: Sand, Sandseife, Kies, raue Handschuhe, Tragen schwerer Lasten. Typische Berufsgruppen hierfür sind etwa Schreiner, Gärtner, Landwirte, Metallgewerbe.

Dr. Kai Kaufmann
Freier Journalist
24.09.2014