Gewöhnlich bildet sich die Akne während der Pubertät durch hormonelle Veränderungen heraus und betrifft Mädchen und Jungen zu etwa gleichen Teilen. Auch wenn sich bei den meisten Patienten die Hauterkrankung bis zum Ende der Adoleszenz zurückbildet, kann sie sich in manchen Fällen auch erst in späteren Lebensphasen manifestieren bzw. bis dahin andauern.

Wenngleich das Ausmass individuell sehr unterschiedlich sein kann, zählt Akne zu den am häufigsten auftretenden Hautkrankheiten überhaupt. Fast jeder Mensch weist im Jugendalter – zumindest einige – der typischen Akne-Symptome wie Mitesser, Pickel oder Papeln auf.

Ursachen der Akne-Entstehung

«Erst durch ein Zusammenspiel von mehreren Faktoren kommt es zur Bildung von Akne», erklärt Experte Dr. Häusermann. «Unter dem Einfluss von männlichen Sexualhormonen (Androgenen) kommt es zu einer Überfunktion der Talgdrüsen, die daraufhin mehr Talg produzieren. Ebenso regen Androgene die übermässige Bildung von Hornmaterial im Inneren des Ausführungsganges des Haarfollikels an, der daraufhin regelrecht «verstopft». Es entstehen Mitesser und es kommt zu einer bakteriellen Überbesiedelung sowie Entzündungsreaktionen. Die Folge sind Pusteln, Papeln oder Knötchen», so Dr. Häusermann weiter.Das Auftreten von Akne kann aber auch durch bestimmte äussere Faktoren begünstigt werden. Dazu zählen das Auftragen von stark fettenden Salben, die Einnahme von Anabolika oder kortisonhaltigen Medikamenten. Auch der Kontakt mit Farben oder Lacken, die chlorierte Kohlenwasserstoffe enthalten, kann Akne hervorrufen.

Alltagstipps

1. Sonnenbaden

Wohldosiertes Sonnenbaden kann die bei Akne auftretenden Entzündungsreaktionen etwas verbessern. Eine übermässige Sonnenexposition ist jedoch nicht zu empfehlen.

2. Pickel nicht ausdrücken

Wenn Pickel oder Mitesser ausgedrückt werden, fördert dies die Entzündung und die Abheilung wird verzögert. Es besteht die Gefahr, dass Narben zurückbleiben.

3. Ernährung

Auch wenn Akne nicht per se die Folge einer falschen Ernährung ist, gibt es Hinweise, dass eine kohlenhydratreiche Ernährungsweise sowie der Genuss von grossen Mengen an Milchprodukten die Entstehung einer Akne fördern.

4. Hautreinigung und Kosmetika

Akne wird keineswegs durch mangelnde Hygiene hervorgerufen, weshalb übertriebene Körperpflege und häufiges Waschen diese nicht verhindern können. Im Gegenteil, die Haut wird davon lediglich strapaziert und geschädigt, was neue Pickel verursachen kann. Um eine Verstopfung der Hautporen zu vermeiden, sollten zudem keine fett- und puderhaltigen Kosmetika verwendet werden.

Lokale Therapie

Milde Formen der Akne werden üblicherweise mit einer lokalen Therapie behandelt. Dabei werden häufig Kombinationen von hornlösenden Medikamenten (Keratolytika) und lokalen Antibiotika als Cremes, Gele oder Lösungen auf die Haut aufgetragen. Diese wirken zumeist etwas stärker als Monopräparate, wie Dr. Häusermann erklärt.

Systemische Therapie

Bei schweren Formen ist in der Regel eine systemische Therapie notwendig. Dabei werden beispielsweise die Antibiotika Tetracyclin, Doxycyclin und Minocyclin eingesetzt. Frauen können durch die Einnahme der in der «Pille» enthaltenen Estrogen-Gestagen-Kombinationen einen antiandrogenen Effekt erhalten. Dieser beeinflusst das Krankheitsbild der Akne positiv, so Dr. Häusermann.

Dr. Steffen Jakobs
freier Journalist
23.05.2016