Nicht alle machen es wie Bella Thorne. Offen und ehrlich hat die bald 20-jährige Schauspielerin gestanden, dass sie unter Akne leidet und sich deswegen manchmal unsicher und schlecht fühlt. «Aber das sollte ich nicht. Es ist ganz normal, Akne zu haben. Fast jeder hat es», erklärt der Star.

Damit liegt sie richtig. Akne gilt als eine der häufigsten Hautkrankheiten der Welt; rund 85 Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Schämen muss man sich deswegen wirklich nicht. «Es sind nur die Gesellschaft und die Medien, die uns ständig sagen, dass nur eine «perfekte Haut» gesellschaftlich anerkannt wird», sagt die Schauspielerin folgerichtig.

Überproduktion von Talg

Im Normalfall bildet sich Akne als Folge von hormonellen Veränderungen im jugendlichen Alter. Die Steuerung der Talgproduktion hängt in erster Linie vom Einfluss der Sexualhormone ab. Deshalb betrifft Akne auch besonders oft junge Menschen in der Pubertät, während der die Produktion von Sexualhormonen angekurbelt wird. Durch die Überproduktion der Talgdrüsen (Seborrhö) wird die Haut fettiger; als Folge davon bilden sich Pusteln (rote Punkte mit Eiterblasen), Mitesser (schwarze Punkte) oder manchmal auch kleine Zysten.

Auf keinen Fall sollte man Pusteln oder Mitesser ausdrücken; ebenso wenig hilft Zahnpasta beim Austrocknen der Pickel. Auch übertriebene Körperpflege und häufiges Waschen sind keine guten Rezepte gegen Akne. Die UV-Strahlung der Sonne kann eine antibakterielle Wirkung haben, jedoch kann das Sonnenlicht Unreinheiten und Akne auch begünstigen.

Und wie sieht es aus mit Make-Up? Wer Akne hat, sollte auf den Hauttyp abgestimmte Produkte wählen und auf die Inhaltsstoffe achten: Auf keinen Fall darf das Produkt komedogene Stoffe enthalten, welche die Poren verstopfen und damit Unreinheiten und Pickel begünstigen.

Zuerst in die Apotheke

Bei Akne sollte man zuerst in einer Apotheke Hilfe suchen, erläutert Dr. Emmanuel Laffitte, Dermatologe am Universitätsspital Genf. Apotheken führen diverse frei verkäufliche Cremen und Gels mit Benzoylperoxid, das antibakteriell und entzündungshemmend wirkt. «Wenn die nicht rezeptpflichtigen Produkte nicht helfen, sollte man den Hausarzt konsultieren», sagt Dr. Laffitte. Falls der Hausarzt nicht weiterweiss oder keine klare Diagnose stellen kann, sucht man am besten einen Dermatologen auf.

Gegen Akne gibt es verschiedene wirksame Therapien, die stark von der Form und dem Schweregrad der Erkrankung abhängen. Die Therapien müssen konsequent durchgeführt werden, um ein gutes Heilungsergebnis zu erzielen. Zudem ist bei jeder Akne-Behandlung Zeit und Geduld gefragt: Nicht jedes Mittel wirkt bei jedem Betroffenen gleich.

Ein hochwirksamer Wirkstoff ist Isotretinoin, der als Salbe oder Tablette verabreicht wird, Vitamin-A-Säure enthält und bei allen Entstehungsmechanismen der Akne ansetzt. Der Wirkstoff reguliert die Verhornung der Haut, reduziert die Produktion von Talg und hemmt die Entzündungen. Isotretinoin hat aber unter Umständen auch unerwünschte Nebenwirkungen und darf deshalb nur unter ärztlicher Anleitung eingenommen werden.

Hormone der Antibabypille

Bei Frauen hilft ein kombiniertes Kontrazeptivum (Antibabypille), das sich aus Östrogen und Progesteron zusammensetzt. Östrogen dient dabei der Hemmung der Talgdrüsenaktivität sowie der Bildung von Androgenen (männliche Geschlechtshormone).

Falls sich Pusteln entzündet haben, kann der Dermatologe auch Antibiotika verschreiben. Sie bewirken, dass der Befall der Talgdrüsenfollikel mit Aknebakterien reduziert wird. Zudem werden auf diese Weise Entzündungen gemindert. «Häufig werden Antibiotika oral verabreicht, wodurch ihre Wirksamkeit verbessert wird», sagt Dr. Laffitte, Leiter der dermatologischen Poliklinik am Universitätsspital Genf.

Vorbeugende Massnahmen gegen Akne gibt es übrigens nicht. Das weiss auch Schauspielerin Bella Thorne, denn sie sagt: «Ich werde meine Haut so zeigen, wie sie nun einmal ist. Egal, was andere dazu zu sagen haben.» Sowieso ist die Chance riesengross, dass Akne nach der Pubertät wieder ganz verschwindet, wie Dr. Laffitte unterstreicht: «Fälle von andauernder Akne sind selten.»

Rolf Zenklusen
Freier Journalist

Infobox:

Seit kurzem gibt es eine neue, alternative und vielversprechende Lasertherapie gegen mittelschwere bis schwere Akne: Dabei wird ein Gel aufgetragen, das neun Minuten lang mit einer LED-Lampe bestrahlt wird. Die Behandlung wird zweimal pro Woche während rund sechs Wochen wiederholt und zeigt gute Resultate.