Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Wer sich vernünftig vor den UV-Strahlen der Sonne schützt, der betreibt gleich doppelte Vorsorge. Er beugt den verschiedenen Formen von Hautkrebs und vorzeitiger Hautalterung vor. Ein gewissenhafter Umgang mit den Strahlen der Sonne heißt vor allem, dass man zwischen 11 und 15 Uhr, den Spitzenzeiten der UV-Strahlung, längere ungeschützte Aufenthalte in der Sonne vermeidet. Und das nicht nur im Urlaub, sondern auch im Alltag. „Wer im Sommer ungeschützt zur Mittagszeit in der Sonne ist, der wird unter Garantie eine gewisse Schädigungseiner Haut davon tragen. Je länger und je intensiver die Sonne auf die Haut einstrahlt, desto grösser ist der Schaden der Elastizität (Faltenentstehung) und desto mehr nimmt auch das Risiko für späteren Hautkrebs zu. Personen mit heller Haut, und ganz speziell die „keltischen“ Hauttypen mit Sommersprossen, die kaum bräunen, haben ein speziell hohes Risiko für Sonnenbrand und Hautkrebs.

Kosmetik mit Sonnenschutz

Einen doppelten Nutzen verspricht Kosmetik mit „eingebautem“ Lichtschutzfaktor. Das Angebot ist mittlerweile gross: Foundation, Lippenstifte, Tages- und Feuchtigkeitscremes und vieles mehr gehört dazu – meist für die Ladies. „Schönheit inklusive Schutz“ heißt das Konzept. Natürlich sind diese Produkte vor allem im Alltag ein besserer Schutz als gar keiner. Aber es ist ein zweischneidiges Schwert, denn die Multitasking-Kosmetik kann Menschen leicht in einer trügerischen Sicherheit wiegen. „Studien zeigen, dass sich gerade junge, sonnenhungrige Menschen zu sehr auf den Schutz konventioneller Sonnencrèmen oder Tages-Crèmen verlassen“, so Prof. Hafner. Die Folgen können paradox sein: „In der Summe haben sich diese Menschen häufig sogar einer grösseren UV-Strahlung ausgesetzt“, so der Dermatologe über entsprechende wissenschaftliche Untersuchungen. Dabei ist es erst die Kombination aus den Regeln „(A) den Schatten benützen, (B) Bekleidung als zuverlässigsten Sonnenschutz einsetzen, und (C) mit Sonnencrème kombinieren“, welche zuverlässig vor übermässiger Sonnenstrahlung und ihren Folgen schützt.

SPF: Welcher Lichtschutzfaktor ist nötig?

Wahrscheinlich schützen bereits Tagescrèmen mit einem tiefen Lichtschutzfaktor in beschränktem Umfang vor Hautalterung (Faltenbildung). Meist liegt der Sonnenschutz bei diesen Alltagsprodukten nur zwischen Faktor 8 und 12. Doch medizinisch relevanter Sonnenschutz beginnt erst bei etwa Faktor 30 und darüber. Diese hohen Lichtschutzfaktoren gegen UVA und UVB sind nötig, um die Hautkrebsentstehung wirksam zu verhindern.

Solarien: Vorsicht!

Der regelmässige Besuch von Solarien lässt die Haut schneller altern (Falten und Runzeln) und begünstigt die Entstehung von Hautkrebs. Solarien strahlen UVA ab. Früher dachte man, UVA würde keinen Hautkrebs verursachen, sondern nur das stärkere UVB im Sonnenlicht. Heute weiss man jedoch, dass auch UVA bei entsprechend langer und häufiger Bestrahlung zu Hautkrebs führt. Deshalb stimmt es nicht, das Solarien für die Haut ungefährlich und risikolos seien. „Ganz grob geschätzt: Wenn jemand regelmässig einer exzessiven Sonnenstrahlung ausgesetzt ist, dann kann er im Alter von 30 Jahren eine Hautalterung haben, die der eines 40-Jährigen entspricht. Natürlich ist das nur sehr grob geschätzt“, so Prof. Hafner. Kein Wunder, denn rund 80 Prozent (!) der Hautalterung im Gesicht sind auf UV-Strahlen zurückzuführen.

Tipps: Von Sonnenhöchststand bis UV-Shirts

Natürlich zählt beim Sonnenschutz vor allem die Gesundheit. Und die lässt sich im Urlaub – ob im Sommer oder Winter – nun mal nicht ohne klassischen Sonnenschutz erhalten. Dermatologen wie Prof. Hafner raten bei starker Sonneneinstrahlung zu einem Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 30 bis 50 oder mehr. Weitere Tipps:

  • Achten Sie darauf, sich ca. 30 Minuten vor der Sonnenexposition einzucremen, denn viele Produkte wirken erst dann.
  • Idealerweise hilft Ihnen beim Eincremen eine zweite Person, damit auch schwer zugängliche Bereiche wie z.B. am Rücken nicht vergessen werden.
  • UV-Strahlen dringen unter die Wasseroberfläche. Deshalb kann man auch beim Schwimmen einen Sonnenbrand bekommen. Bei längeren Aufenthalten im Wasser sind daher an sonnigen Tagen T-Shirts oder Schwimm-Shirts zu empfehlen.
  • Auch bei wolkigem Himmel kann die Sonnenstrahlung intensiv sein. Reflexion der Sonnenstrahlung auf Beton oder Sand kann die UV-Strahlung verstärken

Dr. phil. Kai Kaufmann
Freier Journalist