Das „Camouflieren“ ist eine Schminktechnik mit sehr hoher Deckkraft, die jeder bei sich selbst anwenden kann. Es braucht nur eine gute Anleitung und etwas Übung, damit das Ergebnis natürlich und nicht maskenhaft wirkt. Dabei gilt: Weniger ist mehr!

„Eine Voraussetzung für die Anwendung der Camouflage bei entzündlichen Hautkrankheiten wie der Rosazea, ist die vorherige Konsultation eines Dermatologen. Erst wenn gesichert ist, dass der „Kunde“ medizinische Therapie erhält und sein Arzt einer Camouflage zustimmt, darf man die betroffenen Hautstellen abdecken, betont Anna Wyss. Wichtig ist ausserdem, dass die Camouflage-Produkte keine toxischen, allergieauslösenden Faktoren, jedoch UV-Schutz enthalten sowie hitzebeständig und wasserfest sind, so dass man damit auch in die Sauna bzw. ins Schwimmbad gehen kann. Man sollte sich daher bei der Auswahl der Produkte ausführlich beraten lassen.

Die Wahl der richtigen Farben

Zuerst wird die Haut gut gereinigt, dann trägt man die passende Pflege auf – bei Rosazea ist dies in der Regel die medizinisch verordnete Salbe oder eine Feuchtigkeitscreme und zusätzlich, vor allem im Sommer, ein nicht-fetthaltiger UV-Schutz.

Es folgt nun die Bestimmung der typgerechten Farbtöne, damit das Camouflage natürlich wirkt. Aus einer umfangreichen Farbpalette wird ein Grundton und in der Regel meist eine weitere Farbe ausgewählt. Diese beiden Farbtöne können dann variabel gemischt werden, um von Januar bis Dezember in jeder Jahreszeit den passenden Hautton zu ermöglichen. Dabei muss man darauf achten, dass keine zu dunklen Nuancen ausgesucht werden, denn sonst können unschöne Ränder an Hals und Dekolleté entstehen. Ist die Haut sehr rot, kommt die Komplementärfarbe Grün verstärkt zum Einsatz. Man hat zudem die Wahl zwischen Produkten mit unterschiedlicher Deckkraft von sehr kompakt (40 bis 50 Prozent Deckkraft) bis light – je nach Hautzustand.

Make-up – Puder – Fixierspray

Das Spezial Make-up wird zuerst in der Gesichtsmitte aufgetragen und dann mit den Fingern oder einem Schwamm vorsichtig nach aussen verteilt. Schicht um Schicht wird die Camouflage Creme in die Haut „eingearbeitet“. Um das Ergebnis schön natürlich und nicht maskenhaft wirken lassen, sollte man eine oder auch mehrere, jedoch sehr dünne Schichten auftragen. Anschliessend wird das Camouflage-Make-up mit einem Spezial Puder fixiert, der dafür sorgt, dass das Make-up wasserfest wird. Mindestens fünf Minuten muss man warten, bis sich der Puder mit der Creme verbindet, dann können die Puderreste mit einem Pinsel entfernt werden. Um die Camouflage speziell am Hals und an den Händen wischfest zu machen, kann nun ein Fixierspray aus einer Entfernung von 20 bis 30 cm auf die Haut gesprüht werden. So lassen sich Spuren auf weissen Hemden- und Blusenkrägen weitgehend vermeiden.

Falls grössere Hautbereiche des Körpers abgedeckt werden sollen, kommt eine spezielle Body Camouflage zum Einsatz. Bei Vitiligo beispielsweise müssen dabei die helleren Flecken abgedeckt und an die umliegenden Hautareale angepasst werden.

Das Abschminken

Die Camouflage kann im Prinzip tagtäglich aufgetragen werden – vorausgesetzt am Abend wird alles sorgfältig entfernt, die Haut wird gereinigt und anschliessend mit der medizinisch indizierten Salbe oder einer geeigneten Nachtcreme gepflegt. Mit Hilfe eines Reinigungsöl oder Reinigungstüchern kann das Spezial Make-up recht mühelos abgenommen werden. Dabei wird die Reinigungsemulsion in die geschminkte Haut einmassiert und das Make-up so abgelöst und im Anschluss mit lauwarmen Wasser abgewaschen.

„Frauen und erfreulicherweise auch Männer aller Altersklassen kommen zu mir, um sich in die Kunst der Camouflage einweisen zu lassen. Meist reicht ein Termin aus, um die Technik zu erlernen und dies dann selbst zuhause zu perfektionieren“, so Anna Wyss.

Übrigens: Eventuell werden die Kosten für die Schulung und/oder die Produkte von der SUVA oder den Krankenkassen übernommen – dies sollte im Vorfeld abgeklärt werden.


Bei diesen Hautproblemen kann Camouflage zur Anwendung kommen (sinnvoll, hilfreich sein):

Rosazea, Feuermale, Vitiligo, Couperose, Teleangiektasien, Krampfadern, Pigmentstörungen, Besenreiser, Altersflecken, Leberflecken,  Akne, verschiedene Arten von Narben, Tätowierungen.

Karin Storz
Freie Journalistin