Bei einer Kontaktallergie (auch Kontaktdermatitis oder allergisches Kontaktekzem genannt) handelt es sich um eine Überempfindlichkeitsreaktion auf bestimmte Stoffe, die in Berührung mit der Haut – vorzugsweise an Händen, Füssen und im Gesicht – kommen. Auf der Hautoberfläche bilden sich gerötete und stark juckende Ekzeme: eine nicht ansteckende, doch ästhetisch wie körperlich belastende Reaktion, die von einer Untergruppe der weissen Blutkörperchen, den sogenannten T-Zellen, vermittelt wird.

Grundsätzlich wird zwischen zwei Formen der Kontaktallergie unterschieden: Die allergische Kontaktdermatitis beschreibt eine Unverträglichkeitsreaktion auf bestimmte Stoffe (Allergene) wie etwa Duftstoffe, Weichmacher, Salbengrundlagen oder Konservierungsmittel. Mehr als 17 % aller Kontaktallergien werden von Nickelsulfat ausgelöst. Dieses ist beispielsweise in Modeschmuck, Reissverschlüssen, Ösen und Brillengestellen enthalten, aber auch in Kosmetika. Ein ebenfalls weitverbreitetes Allergen stellt Perubalsam dar, das in Seifen, Lippenstiften, Kaugummis, Zahnpasten und Rasierwasser vorkommt.

Wesentlich seltener als die allergische tritt die irritative Kontaktdermatitis auf, die sich auf eine physikalische oder chemische Reizung der Haut, besonders im beruflichen Umfeld, zurückführen lässt.

Reizungen mit Folgen

Vor allem Menschen mit einer empfindlichen Haut, beispielsweise aufgrund einer Neurodermitis, sind von Kontaktallergien betroffen. Aber auch Personen in Nassberufen wie Köche, Friseure, Pflege- oder Reinigungspersonal und Industriearbeiter leiden vermehrt an dieser Hauterkrankung, da der häufige Abrieb besonders der Hände mit Wasser, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sowie chemischen Baustoffen den natürlichen Schutzfilm der Haut angreift. Die Folge: Durch die verstärkte äussere Belastung entstehenden Risse in der Oberhaut können Allergene ungehindert in tiefere Hautschichten eindringen und eine Entzündungsreaktion auslösen.

Je nach Intensität und Dauer der Reizung kann eine Kontaktallergie ganz verschiedene Symptome aufweisen. Ist der Kontakt akut, zeichnen sich am entsprechenden Ort unscharf begrenzte, juckende und zum Teil auch nässende Bläschen auf der Haut ab. Erfolgt die Reizung hingegen chronisch, also über einen längeren Zeitraum hinweg auf niedrigem Niveau, wird die Haut weit über die eigentliche Kontaktfläche trocken, grob und stark schuppig.

Eincremen und Meiden

Bei der Behandlung der Kontaktallergie steht zunächst die Identifizierung des Allergens in Vordergrund. Hierzu werden das berufliche Umfeld des Betroffenen erfragt und Unverträglichkeitstests durchgeführt. Die anschliessende Therapie besteht kurzfristig aus einer äusserlichen Behandlung der Symptome durch Antihistaminika und – bei chronischen Ekzemen – einer intensiven Hautpflege, beispielsweise durch eine UV-Therapie. Langfristig gilt es, den Kontakt mit ermittelten Allergene zu meiden. Hierbei kann ein Blick auf die Inhaltsstoffe von Kosmetika, Pflegeprodukten oder auch Waschmitteln hilfreich sein. Im beruflichen Alltag erweisen sich schon einfache Handschuhe als äusserst nützlich. Generell sollte jedoch der übermässige Gebrauch von Desinfektionsmitteln, Weichspülern, Gerb- und Duftstoffen nach Möglichkeit vermieden werden.

Neben diesen rein defensiven Schutzmassnahmen lässt sich die Haut auch aktiv stärken. So schonen seifenfreie Waschlösungen den natürlichen Fett- und Säurehaushalt der Hautoberfläche, während rückfettende Cremen diesen sogar aufbauend unterstützen.

Dr. Bernhard Spring
freier Journalist
23.05.2016