Hautkrebs - Früherkennung hilft bei der Heilung

Verdächtige Hautveränderungen umgehend untersuchen lassen 

Hautkrebs ist die Krebsart, die in der Schweiz derzeit am häufigsten diagnostiziert wird. Zum Hautkrebs gehören mehrere Erscheinungsformen wie etwa das Spinaliom und das Basaliom. Diese sogenannten «weissen» Formen des Hautkrebses machen 90 Prozent aller Hautkrebserkrankungen aus. Sie bilden nur selten Ableger und sind – wenn rechtzeitig erkannt – relativ einfach heilbar. Wenn der weisse Hautkrebs aggressiv vorwächst, kann der Behandlungsaufwand allerdings auch grösser ausfallen. 

«Schwarzer» Hautkrebs kann tödlich sein

Als gefährlichste Form aller Hautkrebserkrankungen gilt das maligne Melanom, auch «schwarzer» Hautkrebs genannt. Dabei vermehren sich die bösartigen Zellen und können Ableger (Metastasen) in verschiedenen Organen bilden. Rund 300 Personen – die Hälfte unter 70-jährig – sterben bei uns jährlich an Hautkrebs, was rund zwei Prozent aller Krebstodesfälle entspricht.
Bei der Zahl der Neuerkrankungen hält die Schweiz den Rekord unter 40 Ländern in Europa: Pro Jahr erkranken bei uns rund 2100 Menschen an einem malignen Melanom. Fast ein Drittel der Patienten ist zum Zeitpunkt der Diagnose jünger als 50 Jahre. ¨
Hauptsächliche Ursachen für die Zunahme von Melanomen sind vermehrte Aufenthalte im Freien, Ferien in sonnenreichen Regionen und die steigende Lebenserwartung. Experten erklären überstimmend, die UV-Strahlen der Sonne seien ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Melanomen.  Die Haut „vergisst keinen Sonnenstrahl“. Vor allem Sonnenbrände in der Kindheit und Jugend sind in Bezug auf die Entstehung eines Melanoms besonders schädlich.

Risikofaktoren für Hautkrebs

  • Wiederholte, starke Sonnenbrände in Kindheit und Jugend
  • Intensive Sonnenbestrahlung über einen längeren Zeitraum (siehe Sonnenschutz-Tipps)
  • Helle Haut und Augen, rötliche/helle Haare, Sommersprossen
  • Viele und/oder auffällige Muttermale (bei über 50-Jährigen)
  • Hautkrebs (Melanom) in der Familie
  • Einnahme von Immunsystem hemmenden Medikamenten

Hautveränderungen: Bei Verdacht zum Arzt

Das Melanom hat unterschiedliche Erscheinungsformen. Meist bildet sich ein dunkler bis schwarzer Fleck, der flach, gewölbt oder knotig ist. Nicht so häufig, aber besonders wichtig sind die innert weniger Wochen wachsenden, hervorstehenden, „rosafarbenen“ (pinkfarbenen) Melanome. Sie müssen rasch operativ entfernt werden. Bei Männern ist im Trend der Oberkörper etwas häufiger betroffen und bei Frauen die Beine und Arme, aber jeder Mensch kann überall an der Haut ein Melanom bekommen. Insbesondere Personen mit einem erhöhten Risiko für Hautkrebs sollten ihre Haut regelmässig nach tast- und sichtbaren Veränderungen absuchen. Wer eine verdächtige Hautveränderung entdeckt, sollte rasch einen Hautarzt oder eine Hautärztin aufsuchen. Je früher Hautkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Kontrolle der Muttermale

Angeborene Muttermale haben ein Risiko, zu einem Melanom zu entarten. Auch ein medizinischer Laie kann Muttermale bis zu einem gewissen Grad selbst beurteilen. Die Muttermale sollten drei- bis viermal pro Jahr nach der A-B-C-D-Regel untersucht werden. 

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Rolf Zenklusen
Bildquelle: Inselspital & Krebsliga

zur Person

Prof. Dr. med. Jürg Hafner

Past-Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (SGDV) und Leitender Arzt Dermatologische Klinik Universitätsspital Zürich            

Die ABCD-Regel

Bleiben Sie wachsam, hier ein paar Tipps

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A = Asymmetrie: Unregelmässige, nicht runde Form?

B = Begrenzung: Unregelmässige, unscharfe Ränder?

C = Color (Farbe): Verschiedenfarbig, fleckig?

D = Dynamik: Veränderungen* des Muttermals

*(Flächenwachstum, Höhenwachstum, Farbänderungen, Blutung oder Verwundung)

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Sonnenschutz-Tipps


  • Zwischen 11 und 15 Uhr im Schatten bleiben

  • in der Sonne Hut, Sonnenbrille und Kleider tragen

  • immer ausreichend und dem Hauttyp entsprechenden Sonnenschutz auftragen

  • Nicht ins Solarium gehen

Bildquelle: Inselspital & Krebsliga

Wie Sie sich vor Hautkrebs schützen können

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