Die Auswirkungen des Alterns auf den menschlichen Körper beschäftigen die Menschen enorm - vor allem auch, wenn es um die Haut geht. Das haben die Marketingabteilungen der Branche schon lange erkannt. Dementsprechend riesig ist das Angebot an Cremes, Lotionen etc. „Präparate, die Vitamin A beinhalten, haben einen wissenschaftlich nachgewiesenen Nutzen“, sagt Dr. Carlo Mainetti. Die enthaltenen Vitamin-A-Säure-Derivate sorgen als Zellregulatoren dafür, dass die Epidermis – die oberste Schicht der Haut – dicker und widerstandsfähiger wird. Ausserdem wird das Collagen in der mittleren Hautschicht gestärkt. Auch Cremes mit Vitamin C und E haben einen Nutzen. „Die Antioxidantien von Vitamin Cund E sind wichtig, allerdings mehr bei der Nahrungsaufnahme, denn als Bestandteil einer Lotion“, sagt Mainetti.

Weg von der Baby-Haut

Die Haut ist das grösste menschliche Organ und schützt mit seiner Elastizität und Abwehrfähigkeit gegen schädliche äussere Einflüsse. Nicht weiter verwunderlich also, dass die stark geforderte Haut mit den Jahren an Funktionstüchtigkeit verliert und Abnützungserscheinungen aufzeigt. „Jeder Bestandteil verlangsamt die Entwicklung im Alter. Es ist mehr Regenerationszeit nötig als zuvor“, sagt Mainetti. Der oberste Teil der Epidermis wird zunehmend trockener, wogegen fettende Cremes Abhilfe schaffen. Die Elastizität der Haut wird vermindert und entfernt sich immer weiter weg von der viel zitierten Baby-Haut. Im Gesicht und an den Händen mehren sich Pigmentflecken, im höheren Alter können sich Alterswarzen bilden und auch die Haare nehmen genetisch bedingt an Dichte ab und ändern die Farbe.

Vorsicht vor Strahlung

„Der Alterungsprozess ist von Mensch zu Mensch verschieden. Viele Faktoren können wir nicht beeinflussen, andere dagegen sehr wohl“, sagt Carlo Mainetti. Nicht verhandelbar ist der genetische Part – auch als Zeitaltern bekannt. Verlangsamen kann man hingegen das sogenannte Umweltaltern: Allen voran die UV-Strahlung der Sonne – oder noch stärker in künstlicher Form im Solarium – setzt der Alterung der Haut zu. Um dem entgegenzuwirken, sollte direkter Sonnenkontakt am Vormittag und Nachmittag tunlichst vermieden werden. Tropfen oder Tabletten, die Vitamin-D-Präparate enthalten, können teilweise die positiven Eigenschaften der UV-Strahlung ersetzen, und am Abend sorgen Vitamin-A-haltige Derivate für die Schonung der Haut. Auch chronische Hautkrankheiten fördern die Hautalterung. Das Gleiche gilt für den kontinuierlichen Gebrauch von Substanzen, welche die Haut irritieren. Ein ebenfalls schädlicher Faktor für die Haut ist das Rauchen, aufgrund diverser Giftstoffe im Tabak. „Wie so oft ist genügend Schlaf eine gute Medizin“, sagt der Facharzt. Wer etwas gegen den zunehmenden Alterungsprozess unternehmen möchte, dem rät Mainetti zu einer ausgewogenen Lebenshygiene.

Zahnarzt und Dermatologe

Obwohl der Grossteil der Alterserscheinungen zwar hochgradig unerwünscht aber nicht gefährlich ist, besteht mit zunehmendem Alter auch die berechtigte Sorge vor Hautkrebs, denn der menschliche Körper wird im Alter auch anfälliger für Hautkrankheiten. Regelmässige Selbstkontrollen sowie Kontrolluntersuchungen von kritischen Körperstellen durch einen Hautarzt können einer Krebsdiagnose vorbeugen. Auch bei atypischen Muttermalen und der Mehrung von Pigmentflecken oder Alterswarzen empfiehlt sich ein Besuch beim Spezialisten. „Die Leute gehen jährlich zum Zahnarzt, meiden aber im Normalfall die Dermatologen. Ich habe allerdings noch nie davon gehört, dass ein Mensch aufgrund seiner Zähne gestorben ist“, sagt Mainetti.

So altert die Haut

Ein Auszug von Erscheinungsbildern:

Falten: Die gefürchtete Alterserscheinung Nummer eins. Da die Haut im Alter dünner und weniger elastisch wird, neigt sie zur Bildung von Krähenfüssen o.ä.

Pigmentflecken: Vermehren sich im Gesicht und an den Händen, sind aber in den meisten Fällen ungefährlich. Im Zweifelsfall einen Dermatologen konsultieren.

Trockene Haut/Juckreiz/Pruritus: Trockene Haut juckt besonders stark. Nicht kratzen, sondern die Haut mit Cremes einreiben, heisst hier die Regel. Offene Wunden vermeiden.

Alterswarzen: Auf der Hautoberfläche älterer Menschen entstehen kleine bräunliche Knötchen. In den meisten Fällen sind sie ungefährlich, sollten aber beobachtet werden.

Haarveränderungen: Menge, Farbe und Qualität der Haare verändern sich mit zunehmendem Alter. Diese Prozesse sind meist genetisch bedingt und setzen dementsprechend früher oder später ein.