myHEALTH: Frau Dr.Rümmelein, Sie bieten in Ihrer Praxis nahezu das gesamte Spektrum der dermatologischen Lasermedizin an. Geht es dabei meist um klassische Beauty-Themen wie erschlaffte Haut oder Falten?

Dr. Rümmelein: Keinesfalls, die unterschiedlichen Behandlungen von der Faltenglättung bis zur Tattoo-Entfernung kommen ungefähr gleich häufig vor. Uns stehen 35 verschiedene Laser zur Verfügung. So nutzen wir z.B. sogenannte Q-switched-Laser, wenn Farbe in die Haut eingebracht wurde, etwa bei «klassischen» Tattoos oder Permanent Make-up. Bei mehrfarbigen Tattoos muss man oft mehrere Laser mit verschiedenen Wellenlängen für unterschiedliche Farben einsetzen. Manche Farben lassen sich nur schwer oder gar nicht entfernen.

myHEALTH: Für welche anderen Behandlungen nutzen Sie diesen Laser?

Dr. Rümmelein: Ein anderes Beispiel wären Schmutztätowierungen, das heisst, wenn z.B. bei einem Fahrradunfall Schmutzpartikel in die Schürfwunde kommen. Oder bei Schmauchtätowierungen, die wir jetzt ab und zu bei Flüchtlingen sehen, weil bei Explosionen Pulverpartikel in die Haut gekommen sind. Mit derselben Technik lassen sich auch klassische Altersflecken entfernen. Sie entstehen durch übermässige, jahrelange Sonneneinstrahlung besonders auf den Handrücken, den Wangen oder der Nase.

myHEALTH: Haben braune Flecken in der Gesichtshaut immer mit Sonnenschäden zu tun?

Dr. Rümmelein: Nein, es kann sich auch um Melasmen handeln. Das sind grossflächige, bräunliche Veränderungen, die bei Frauen im Wangenbereich auftreten können. Auch sie lassen sich mit diesem Laser entfernen.

myHEALTH: Wie funktionieren Q-switched Laser?

Dr. Rümmelein: Die Farbpartikel werden durch einen Puls im Nanosekundenbereich zertrümmert. Es gibt sogar schon Laser im Pikosekundenbereich. Die Rückstände können dann von den körpereigenen «Aufräummechanismen», den Makrophagen, abgebaut werden.

myHEALTH: Was können Laser, wenn es um Gesichtsfalten und Anti-Aging geht?

Dr. Rümmelein: Bei Fältchen setzt man fraktionierte Laser ein. Durch sie wird ein sehr feines Mikrotrauma hervorgerufen. Wir schiessen mit dem Laser winzig kleine, unterschiedlich tiefe Löcher in die Haut. So als würde man mit hunderttausenden feinen Nadeln in die Haut piksen. So stimulieren wir in der Lederhaut – dort wo die Falten in der Tiefe ihren Ursprung haben – die Reparaturbildung der Haut. Dies führt dazu, dass der Körper neues Collagen bildet. Fraktionierte Laser setzen wir aber z.B. auch zur Korrektur von Narben ein.

myHEALTH: Zurück zu den Fältchen –wie lange halten sich die Effekte der Laserbehandlung?

Dr. Rümmelein: In den ersten ein bis sechs Monaten nach der Behandlung arbeitet der Körper mit dem Reiz zur Reparaturbildung, der die Hautqualität verbessert. Danach verliert die Haut diese Fähigkeit im Tempo des normalen Alterungsprozesses.

myHEALTH: Der Reparaturmechanismus wird schwächer, hält aber über sechs Monate hinaus an?

Dr. Rümmelein: Im Idealfall wiederholt man diese Behandlungen ein- bis dreimal in monatlichen Abständen und dann ein- bis zweimal jährlich. So können Patientinnen fünf Jahre nach der Behandlung fünf Jahre jünger aussehen und nicht fünf Jahre älter.

myHEALTH: Haben denn konventionelle Salben z.B. mit Hyaluronsäure völlig ausgesorgt?

Dr. Rümmelein: Nein, die Cremen können durchaus nützlich sein für die Oberhaut, für Schutz und Pflege.

Dr. phil. Kai Kaufmann
Freier Journalist