Diese Erkrankung kombiniert eine Schuppenflechte mit entzündlichem Rheuma. Für die Betroffenen bedeutet das zusätzlich zu den Hautbeschwerden schmerzhafte Entzündungen an Gelenken, Wirbelsäule, Sehnen oder Schleimbeuteln. Daniela Wehrle, zuständig für die Beratung bei der Rheumaliga Schweiz, kennt die Probleme und Herausforderungen im Alltag.

myHEALTH: Frau Wehrle, Sie beraten am Telefon regelmässig PsA-Betroffene: Welche Symptome belasten diese am meisten?

Daniela Wehrle: Die meisten PsA-Patienten leiden bereits seit einigen Jahren an Schuppenflechte, bevor die Gelenkentzündung ausbricht. Die Mehrzahl derer, die sich an uns wenden, ist deshalb bereits seit längerer Zeit in dermatologischer Behandlung. Als zusätzliche Belastung kommen Gelenkschmerzen und -entzündungen sowie chronische Müdigkeit hinzu. Ausserdem sind viele Medikamente, die die Gelenkentzündungen in Schach halten, mit Nebenwirkungen verbunden.

myHEALTH: Unter welchen Einschränkungen leiden Betroffene in Alltag und Berufsleben?

Daniela Wehrle: Das ist individuell sehr verschieden. Ich kenne eine Patientin, die in einer Bäckerei gearbeitet hat. Bei ihr sind unglücklicherweise die Hände stark von Psoriasis betroffen. Ihr blieb nur die Umschulung, da ihr der Arbeitgeber die Verarbeitung von Lebensmitteln wegen ihres Hautbefalls untersagte. Andere Betroffene haben nur einen leichten Befall der Haut, leiden aber bei verschiedensten Bewegungsabläufen unter den stark schmerzenden Gelenken sowie den hartnäckigen Entzündungen der Sehnenscheiden und Schleimbeutel. Ebenso die oftmals auftretende chronische Müdigkeit schränkt die Leistungsfähigkeit der Betroffenen ein. Es sind also individuelle Lösungen gefragt: Bei Bürojobs können bereits flexiblere Arbeitszeiten und ein ergonomisch ausgestatteter Arbeitsplatz Erleichterung bringen.

myHEALTH: Wie sieht die Behandlung aus?

Daniela Wehrle: An erster Stelle steht die medikamentöse Therapie, die die PsA zwar nicht heilen, aber weitgehend Haut- und Gelenksymptome verhindern kann. Es kommen nicht-steroidale Antirheumatika und Basismedikamente zum Einsatz. Bei schweren Formen werden vermehrt auch Biologika eingesetzt, die gezielt in bestimmte Abläufe des Immunsystems eingreifen. Sie wirken sowohl gegen die Gelenkzerstörung, als auch gegen den Hautbefall.

myHEALTH: Gibt es auch alternative Therapiemöglichkeiten? Spielt die Ernährung eine Rolle?

Daniela Wehrle: Die Ernährung kann leider nur bedingt helfen: Wichtig ist abwechslungsreiche, frische Kost. Eine günstige Wirkung auf entzündete Gelenke haben Fischfette (Omega-3-Fettsäuren). Wichtiger als die Ernährung ist jedoch Bewegung! Sport hilft, Gelenkversteifungen zu verhindern und die Muskelkraft zu erhalten. Physiotherapie kann die gelenkführenden Muskeln stärken, besonders im Knie, an der Hüfte und an der Wirbelsäule. Auch eine ergotherapeutische Beratung ist hilfreich, um gelenkschonende Verhaltensweisen zu erlernen. Die Ergotherapeutin kann zudem spezielle Flaschenöffner oder Körperpflegehilfen empfehlen, die Gelenke schonen und den Alltag erleichtern. Viele Betroffene machen gute Erfahrungen mit Entspannungstechniken als Teil der Schmerztherapie, und nicht zuletzt hilft auch eine psychologische Krankheitsbegleitung.

Mehr Informationen auf www.rheumaliga.ch und Tel. 044 487 40 00.

Eva Rösch
Freie Journalistin