Eine Krebserkrankung  geht für viele Patienten  mit grossen psychischen Belastungen einher. Häufig führt dies zu unerwünschten Nebenwirkungen und schmälert damit den Erfolg  der Behandlung. Die  Onlineplattform Stream (www.stress-aktiv-mindern.ch)  soll Krebspatienten helfen, Stress zu vermindern. „Es ist wichtig, dass die Patienten Wege finden mit psychischen Belastungen umzugehen, um bestmögliche Bedingungen für eine Behandlung zu haben“,  so Prof. Viviane Hess, Leitende Ärztin der Onkologie des Universitätsspitals Basel. 

Studie überprüft Durchführbarkeit und Wirksamkeit für Online-Coaching bei Krebs

Stream ist ein achtwöchiges Onlineprogramm, das anhand von Informationen, Übungen und spezifischen Anleitungen Bewältigungsmöglichkeiten im Umgang mit einer Krebserkrankung aufzeigt.  Eine erste Studie soll zeigen,  ob und wie dieses Angebot von Krebspatienten genutzt wird. An der Studie teilnehmen können Patienten aus dem gesamten deutschen Sprachraum, die erstmalig an einer Krebserkrankung leiden, minimale Internetkenntnisse haben und mindestens 18 Jahre alt sind. Zudem sollte der Beginn der Krebsbehandlung nicht länger als acht Wochen zurückliegen. Die Teilnehmer werden über E-Mail von Psychologen aus dem Studienteam begleitet. 

Onlinetherapien immer beliebter 

Das Internet ist für viele Krebspatienten eine wichtige Plattform, um sich über die Krankheit zu informieren. So zeigen Studien, dass  rund 70% der Krebspatienten das Internet nutzen, um sich über ihre Krankheit zu informieren. Doch das Internet dient kranken Menschen nicht nur als Informationsquelle.  Es gewinnt auch zusehends an Bedeutung für psychologische Online-Coachings. Verschiedene Studien der vergangenen Jahre belegen,  dass Internet-Coachings teils ebenso wirksam sein können wie herkömmliche face-to-face Psychotherapien und sich immer grösserer Beliebtheit erfreuen. Denn die Vorteile von Online-Interventionen sind vielschichtig. So können sie beispielsweise jederzeit von überall aus genutzt werden und ersparen damit dem Patienten das Warten auf einen Termin oder eine aufwendige Fahrt zum Therapeuten. Zudem gewähren  Online-Coachings eine höhere Anonymität, womit auch die Hemmschwelle sinkt, sich für eine psychologische Begleitung zu entscheiden. In der Psychoonkologie sind Online-Coachings bislang allerdings kaum anzutreffen. Doch  Prof. Thomas Berger von der Universität Bern ist überzeugt, dass das Internet eine immer wichtigere Plattform in der Psychoonkologie sein wird: „Das Internet ist bereits heute eine wichtige Plattform für Krebspatienten, um sich über die Krankheit zu informieren oder mit anderen Betroffenen auszutauschen. Eine psychoonkologische Begleitung übers Internet ist daher die logische Schlussfolgerung.“ 

Pressemitteilung
23.06.2014

Studienteam Stress: vordere Reihe v.l.n.r.: Astrid Grossert, M.Sc., Dr. Corinne Urech, Leitende Psychologin Gyn. Sozialmedizin und Psychosomatik und Prof. Viviane Hess, Leitende Ärztin Onkologie