Der Name „schwarzer Hautkrebs“ klingt düster – und das nicht zu Unrecht. Wächst der schwarze Hautkrebs tief in die Haut ein, können sich die Krebszellen sehr schnell über die Adern und Lymphgefäße der Haut im Körper verteilen. Eine tödliche Gefahr: Denn so können Metastasen, also Tochtergeschwülste, wachsen. „Ableger in inneren Organen können die Funktion beeinträchtigen und je nach Größe den Körper schädigen und letztendlich zum Tod führen“, erklärt Prof. Dr. Reinhard Dummer, stellvertretender Klinikdirektor, und leitender Arzt der dermatologischen Klinik des UniversitätsSpital Zürich.

Ein Melanom entsteht meist auf normaler Haut, kann sich aber auch aus einem alten Muttermal entwickeln. In der Regel sind UV-Strahlen die Ursache, nur etwa fünf Prozent der Erkrankungen sind erblich bedingt. Meist sind die Wucherungen dunkel, denn die betroffenen Pigmentzellen bilden den braunen Farbstoff der Haut. Die Wucherungen haben oft mehrere Farbtöne. „Doch es gibt auch seltene Unterformen des schwarzen Hautkrebses, die kein Pigment bilden und deshalb auch rötlich-weisslich erscheinen“, räumt Prof. Dummer ein.

Die Grenzen eines Melanoms können wie „ausgefranst“ wirken. In manchen Fällen nässt, blutet oder juckt es. Es kann geschwollen sein oder sich hart anfühlen. Dies alles können, müssen aber keine Anzeichen für ein Melanom sein. In jedem Fall sollte aber so früh wie möglich ein Dermatologe aufgesucht werden, wenn sich bestehende Muttermale verändern oder neue auffällige hinzukommen. Und diese können überall am Körper auftreten – an Händen, Füßen, Armen, Oberkörper, Kopf und selbst unter den Nägeln.

Ziel der Behandlung eines malignen Melanoms ist die vollständige Entfernung des Tumors. Unter einer lokalen Betäubung werden die wuchernden Zellen aus der Haut herausgeschnitten. Haben sich bereits Tochtergeschwülste gebildet, wird versucht, auch diese zu entfernen. Weitere Therapiemöglichkeiten sind die Chemo-, Strahlen- und Interferon-Therapie. „Bei der Behandlung des fortgeschrittenen Melanoms wurden beachtliche Fortschritte erzielt. Mit der Einführung von Behandlungen, die das Immunsystem stärken und sogenannte zielgerichtete Medikamente, die auf krebsspezifische Veränderungen im Erbgut abzielen“, erklärt Prof. Dummer.

Dr. Kai Kaufmann
freier Journalist
28.05.2015