Manchmal fällt einem auf den ersten Blick gar nichts Ungewöhnliches an seiner Haut auf, vielleicht nur ein Fleck, der mehr oder weniger rot sein kann. Fährt man aber mit der Hand über die Stelle, kann es sich rau, wie Sandpapier und schuppig anfühlen. «Dies hilft auch bei der Untersuchung durch einen Arzt», erklärt Prof. Dr. Hofbauer. «Oft tastet man Patienten ab und schaut sie nicht nur an, weil man die aktinischen Keratosen besser fühlt als sieht.» Mit der Zeit können die Verhornungen der Haut grösser werden und es kann sich ein kleiner Knoten bilden. Betroffen sind meist Körperbereiche, die nie oder nur selten bedeckt sind: das Gesicht, die Ohren, der Hals oder die Handrücken.

Höheres Alter, höheres Risiko

Aktinische Keratosen sind Entartungen der weissen Zellen der Haut, die auch Stachelzellen oder Keratinozyten genannt werden. «Man schätzt, dass ungefähr einer von sieben Menschen mindestens einmal in seinem Leben aktinische Keratosen haben wird», sagt Prof. Dr. Hofbauer. Mit zunehmendem Alter kann es dann immer wieder zu neuen aktinischen Keratosen kommen, weil ein chronischer Sonnenschaden der Haut vorliegt.

Wie Unkraut im Garten

Dieser Schaden der Haut ist grossflächig und wird Feldkanzerisierung genannt. «Man kann das vergleichen mit einem Garten, in dessen Boden mal hier mal da Unkraut wachsen kann», erläutert Prof. Dr. Hofbauer bildhaft. Dieses Unkraut seien die aktinischen Keratosen. «Wir können den Sonnenschaden nicht mehr rückgängig machen und die Haut ins zwanzigste Lebensjahr zurückversetzen. Wir können aber die entarteten Zellen immer wieder zu grossen Teilen entfernen», erläutert Prof. Dr. Hofbauer.

Auf Nummer sicher gehen

Nur sehr selten kommt es zu einem Übergang zur bösartigen Form. Dennoch: Bilden sich Metastasen in anderen Organen, kann dies lebensbedrohlich werden. «Weil wir nicht wissen, welche der aktinischen Keratosen bösartig wird, sollten alle behandelt werden», rät der Experte. Bei einer frühen Behandlung gibt es eine Heilungsrate von rund 90 Prozent. Meist reicht eine oberflächliche Therapie, die ambulant durchgeführt werden kann.

Ambulante Therapien:

  • Skalpell, scharfer Löffel
  • Cremes
  • fotodynamische Therapie
  • Kryptotherapie (Vereisung);
  • Laser
  • chemische Peelings

Dr. Kai Kaufmann
freier Journalist
23.05.2016